3D Drucker und Tabletop, die große Hobbyrevolution?

 

In den letzten Wochen hab ich mich verstärkt mit 3D Druckern beschäftigt. Hauptauslöser hierfür war der Normandie Kickstarter von Jens Najewitz. Ich liebäugle schon lange mit passenden Gelände für ein WW2-Normandie-Setting, nur bin ich kein all zu geschickter Geländebauer und fertige Gebäude sind nun mal teuer.

3D Drucker selbst sind inzwischen erschwinglich geworden. Günstige Kits zum selber bauen gibt es schon für unter 200 Euro, brauchbare fertig montierte Modelle für 300-400 Euro.

Die Vorstellung sich das Gelände selbst drucken zu können, muss man natürlich erst einmal reifen lassen und sich mit der Materie auseinandersetzen. Als totaler Anfänger ist man zunächst überfordert, überall wird betont wie kompliziert die Materie ist, dass ein solcher Drucker viel Feintuning benötigt und einfaches anschließen und losdrucken fast nie zum gewünschten Ergebnis führt. Ich habe mich obwohl ich handwerklich nicht der Geschickteste bin jedoch nicht verunsichern lassen und nach ein wenig Recherche einen Wanhao Duplicator i3 Plus bestellt.

Am Zusammenbau sollte das Projekt schon einmal nicht scheitern:

Alles nötige Werkzeug ist im Lieferumfang enthalten. Beide Teile zusammenstecken, 4 Schrauben festziehen, ein paar Kabel zusammenstecken, fertig.

Etwas aufwendiger ist die Kalibrierung des Druckbetts. Mit einer Stellschraube regelt man die Höhe an jeder der vier Ecken bis zwischen Druckbett und Düse überall nur noch ein Blatt Papier passt. Aber auch das bekommt jeder hin. Das Filament einzuführen war zunächst ein wenig frickelig, aber auch das ist kein Hexenwerk.

Wenig später konnte ich schon den ersten Testdruck starten, der vorkonfiguriert auf der mitgelieferten Speicherkarte daherkam:

 

 

Tja und ab hier ist erst einmal Geduld gefragt. Wenn das Ergebnis halbwegs sauber werden soll, muss man Zeit mitbringen. Auch kleine Objekte benötigen schon einige Druckstunden. Das Gerät läuft aber leise genug um bei geschlossener Tür im Nebenraum schlafen zu können.

Nach einer Weile war dann aber das erste Testobjekt fertig:

 

 

Das ging ja schon fast zu einfach, warum also nicht gleich mit einem hobbybezogenen Druck weitermachen?

Als Backer des Normandie Kickstarters hatte ich netterweise schon ein Testfile vorab bekommen, außerdem gabs auch ein Konfigurations-Profil, welches ich mangels eigener Erfahrung dankend genutzt habe um mich erst einmal nicht näher mit den Einstellungen auseinandersetzen zu müssen. Der Ablauf ist aber auch recht simpel. Man startet die mitgelieferte Software Cura (die sich einfach bedienen lässt), läd das Modell rein, legt alle Einstellungen fest (oder nutzt wie beschrieben die Konfiguration von jemanden, der mehr Ahnung hat, die gängigen Parameter hat man aber schnell verstanden und kann auch selbst alle Angaben machen – alles kein Hexenwerk, aber man benötigt nun mal Erfahrungswerte) und packt alles auf die Speicherkarte, die wieder im Drucker landet. Mit zwei Klicks startet man dann schon den Druck, das Gerät heizt auf und legt wenig später los.

Die erste richtige Bewährungsprobe sollte also eine 15mm Ruine für die Normandie sein. Die Software prognostizierte eine Druckzeit von über 10 Stunden, daran muss man sich erstmal gewöhnen. Das Ergebnis sah ich dann erst am nächsten Morgen:

 

 

Das sah auf den ersten Blick gar nicht gut aus. Allerdings dauerte es keine 5 Minuten und das überschüssige Material war entfernt:

 

 

Schon viel besser. Bei dem Modell handelt es sich ohnehin nur um einen Prototypen, das finale Haus wird sich Etage für Etage getrennt drucken lassen, das sollte einige Probleme beseitigen. Für meinen ersten richtigen Druck find ich das Ergebnis aber schon bemerkenswert. Die vielen Details gefallen mir ausgesprochen gut, ich freu mich schon riesig auf den Kickstarter.

Lustigerweise folgten darauf hin einige Komplikationen bei weiteren Drucken, die nicht einmal Ansatzweise die Qualität des ersten Drucks erreichten. Ich hatte den Drucker aber auch leicht verschoben und anschließend nicht ideal kalibriert, das war schnell wieder behoben und ich konnte den Straßenbau starten:

 

Sicher gibt es da noch eine Menge Optimierungsbedarf, aber nach den ersten zwei Tagen mit meinem 3D-Drucker bin ich absolut begeistert. Als nächstes werde ich mich mit einigen Verbesserungen für den Drucker beschäftigen, die man sich praktischerweise selbst ausdrucken kann 😉

 

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3 Antworten

  1. DavyJones sagt:

    Sehr informativer Bericht. Für gerade mal zwei Tage sehen die Ergebnisse echt top aus. Ich bin selbst auch nicht gerade der versierteste Techniker, daher ist es ermutigend zu sehen, dass es dennoch machbar ist.

    Eine Frage habe ich aber noch: Hast du den Drucker schon zusammenbauen lassen oder kommt der wirklich fast komplett gebaut zuhause an?

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