6 Wochen mit dem 3D Drucker – Ergebnisse, Mods und ein kleines Zwischenfazit

Nach gut sechs Wochen mit dem Wanhao i3 plus möchte ich auch hier mal meine Fortschritte präsentieren.

Fangen wir mit ein paar hobbyrelevanten Drucken an:

Zunächst weitere Gebäude aus dem Normandie Kickstarter (alle im 15mm Maßstab):

Sainte-Mère-Église (noch in Einzelteilen, lediglich zusammengeschoben, noch nicht geklebt):

Ein paar Häuschen und Straßen:

 

Und auch bemalte Gebäude. Die ersten drei habe ich vor dem Grundieren mit Leim besandet. Grundsätzlich find ich beide Varianten (besandet und “nackt”) gut. Die Bemalung ist absolut unkritisch. Hab auch hier fleissig mit Trockenbürsten und Washen gearbeitet:

 

 

Ein Sherman Firefly in 15mm. Hierfür musste ich erstmalig mit Stützstrukturen (Supports) beim Druck arbeiten. Nach ein paar Versuchen ist aber ein absolut brauchbarer Panzer herausgekommen:

 

Und hier mal der gleiche Panzer grundiert neben einem gekauften von Battlefront. Klar sieht man noch Unterschiede, aber ich bin ziemlich begeistert von dem Ergebnis:

 

 

In den sechs Wochen hat der Drucker mir aber auch einige Schwierigkeiten bereitet.

Nach wenigen Tag hat mich der Drucker  direkt vor die erste Bewährungsprobe bestellt. Eine vierfach verschraubte Halterung an der Z-Achse war auf einmal locker, dem entsprechend war der Druckkopf plötzlich schief. Beim leichten Rütteln an der Halterung kamen mir dann alle vier Schrauben entgegen, sonderlich fest waren die wohl von Anfang an nicht ;) Vier Schrauben festzudrehen und das Ganze wieder richtig auszurichten wäre ja eigentlich kein Problem gewesen, aber natürlich muss man die Schrauben von innen festdrehen, was nur funktioniert wenn man den halben Drucker zerlegt.

Gesagt, getan… danach verfügte ich definitiv über etwas mehr Wissen hinsichtlich Aufbau und Funktionsweise des Druckers :D

Beim Zusammensetzen ist mir aber dann noch ein dünnes Blech vom Stopper an der Z-Achse abgegangen, also konnt ich mich auch gleich mit dem Aufbau, der Funktion und Positionierung der Stopper beschäftigen.

Es folgten einige Schwierigkeiten mit Düse und Hotend, weswegen ich mich dazu entschlossen habe einige Upgrades am Drucker vorzunehmen:

 

Bereits umgesetzte Upgrades

All Metal Hotend

Neue Düse, Kühlkörper und Termobarriere für den Extruder, komplett aus Metall. Habe ich dank toller Youtube-Anleitung fix eingebaut. Seither keine Probleme mehr mit Verstopfung der Düse, auch die Druckergebnisse bei höheren Geschwindigkeiten sehen meiner Meinung nach etwas besser aus. Da nun auch ein Druck mit höheren Temperaturen möglich ist, kann ich außerdem noch weitere Materialien verwenden.

Verbesserte Halterung für die Filamentrolle und eine Führung

Die standardmäßig montierte Halterung ist schwer und sorgt für einige Ruckler. Hier habe ich mich für folgende neue Halterung entschieden:
https://www.thingiverse.com/thing:2214740
Lässt sich einfach ohne Schrauben befestigen, ist flexibel auf jede Rollengröße verstellbar und benötigt neben den druckbaren Teilen lediglich vier Kugellager.

Dazu noch eine Führung. Auch nur eine Kleinigkeit. Schnell gedruckt und mit zwei Schrauben fixiert:
https://www.thingiverse.com/thing:1747079

Z Braces

Eine Befestigung von zwei Gewindestangen jeweils unten und oben am Rahmen soll für mehr Stabilität sorgen und so die Druckergebnisse deutlich verbessern.
Der Ursprungsmod für den Wanhao i3 (ohne Plus):
https://www.thingiverse.com/thing:921948
Sowie die Erweiterung für den Plus:
https://www.thingiverse.com/thing:2021974
Das Upgrade brauch neben den druckbaren Teilen einiges an Schrauben und Muttern, außerdem zwei Gewindestangen.

Tatsächlich hat der Drucker durch die zusätzliche Stützung deutlich an Stabilität gewonnen und die Druckergebnisse haben sich meiner Meinung nach sichtbar verbessert.

Verbesserter Lüfter

Der Standard-Lüfter bläst nur von einer Seite und hat recht wenig Power. Der DiiCooler soll das ändern: https://www.thingiverse.com/thing:1025471
Dafür hab ich neben einigen Schrauben den folgenden Lüfter gekauft: https://www.amazon.de/gp/product/B06XCVG…0?ie=UTF8&psc=1Da der gedruckte Aufsatz sehr nah an Düse und Hotend sitzt, brauch ich außerdem hitzebeständiges Druckmaterial, deshalb musste eine Rolle PETG her. PETG soll die Vorteile von PLA (leicht zu drucken) und ABS (hitzebeständig, stabil) miteinander vereinen, der erste Druck war auch direkt erfolgreich:

Offenbar kühlt der Lüfter nun aber zu gut, die Temperatur im Hotend fällt phasenweise rapide. Hierbei scheint es aber um ein Problem mit der Druckerfirmware zu handeln. Anpassungen lassen sich hier vornehmen indem man den Drucker an den PC anschließt und das Programm Repetier nutzt. Werd ich in Kürze ausprobieren, bis dahin läuft der Lüfter nur mit maximal 30% Leistung.

Geplante Upgrades

Gehäuse

Aktuell steht der Drucker offen herum und zieht so natürlich eine Menge Staub an, deshalb soll zumindest ein einfaches Gehäuse her.
Aktuell favorisiere ich diese Lösung: https://makerhacks.com/ikea-3dprinter-enclosure/
Ein Ikea-Schränkchen mit Glastür. Geschlossen, kompakt und vergleichsweise preiswert.

Software: Simplify 3D

Auch auf Softwareseite gibt es natürlich mehr als das kostenlos verfügbare Cura. Simplify 3D soll einiges besser machen, kostet aber eben auch 149 Dollar. Leider gibts keine Testversion, weshalb ich mir noch unschlüssig bin ob die Anschaffung sich für mich wirklich lohnt.

Glasbett

Hat den großen Vorteil, dass sich alles vom Druckbett leichter lösen lässt und das Bett deutlich ebener ist. Eine passende Glasplatte hab ich schon, bin mir aber noch unschlüssig wie ich sie idealerweise befestige. Erste Testdrucke mit einer provisorischen Befestigung mit Klammern verliefen überaus erfreulich.

 

 

Die größte Herausforderung bei den Upgrades war es für mich als Nicht-Handwerker/Techniker bislang das zu finden, was wirklich sinnvoll sein könnte und die richtigen Schrauben im Baumarkt zu kaufen. Die tatsächliche Umsetzung beschränkt sich (abgesehen vom Drucken der Teile) auf das Festdrehen von ein paar Schrauben und Muttern, daran scheitert es gewiss nicht.

Das Zwischenfazit fällt entsprechend positiv aus: Ich bin absolut begeistert vom Drucker und den Ergebnissen. Auch wenn nicht alles immer beim ersten Versuch klappt: Oft ist auch der Weg das Ziel. Seine Druckergebnisse immer weiter zu optimieren macht richtig Spaß. Abzuwarten bleibt, ob der Drucker auch in einigen Monaten noch so rund läuft. Bei den vielen Betriebsstunden befürchte ich Abnutzungserscheinungen. Aktuell drucke ich fleissig weiter Normandiegelände. Anfangs haben mich die recht langen Druckzeiten noch sehr gestört, inzwischen komm ich ohnehin nicht mehr mit dem Bemalen hinterher und habe schon eine große Menge Gelände hier stehen. Überrascht hat mich, dass selbst der Druck von Fahrzeugen in 15mm in absolut akzeptabler Qualität möglich ist. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten ungemein.

In Zukunft gibt es hier also gewiss noch viel mehr rund um den 3D Drucker zu lesen und zu sehen.

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4 Antworten

  1. Rockit sagt:

    Super, danke für deine 3 D Druck Artikel ! Lese gerne interessiert mehr von dem Projekt und den Fortschritten.

  2. warlord sagt:

    wo hast du denn die Straßen her?

    Aber echt tolle Drucke

  3. 3DDP Chris sagt:

    Die Häuser sehen richtig cool aus! Beim Panzer sieht man zwar einen Unterschied, aber ich finde es auch schon ganz gut. Umso feiner/detaillierter, umso schwerer wirds halt mit einem FDM 3D Drucker.

    Vor kurzem habe ich auf dem YT Kanal von 3D Printed Tabletop gedruckte Miniaturen aus Kunststoff gesehen, die fast wie SLA-/DLP Drucke aussahen. Mit der Zeit werden die Geräte eben besser.

    Ich habe früher D&D gespielt und verfolge die Möglichkeiten/Resultate aus der Sicht somit auch etwas.

  1. 16. November 2017

    […] Upgrades hatte ich im letzten Post ja schon beschrieben, inzwischen sind noch ein paar […]

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