Dungeon aus dem 3D Drucker – im Vergleich: Rampage, Dragonlock und OpenForge

Der Traum vom eigenen 28mm Dungeon schwirrt schon länger in meinem Kopf herum. Der Selbstbau war mir immer zu aufwendig und fertige Lösungen schlichtweg zu kostspielig. Mit der Anschaffung eines 3D-Druckers bieten sich hier aber ganz neue Möglichkeiten. Typische Dungeon-Elemente sind für gewöhnlich nicht all zu detailreich und lassen sich ganz wunderbar drucken. Für eine typische 50x50mm Bodenplatte benötigt der Drucker in etwa eine Stunde und verbraucht ca. 10 Gramm Filament, da sind unter 20 Cent Materialkosten – absolut vertretbar.

Mir persönlich ist ein modularer Aufbau sehr wichtig, ich möchte nichts permanent festkleben, gleichzeitig aber auch keine vollkommen losen Elemente haben, die sich beim Spielen ständig verschieben. Folglich muss eine steckbare Lösung her.

An dieser Stelle möchte ich drei recht verbreitete druckbare Dungeon Systeme vorstellen. Es gibt natürlich noch weitaus mehr Anbieter, auf Kickstarter finden sich ständig neue Kampagnen mit Dungeon-Elementen, aber folgende drei scheinen meiner Einschätzung nach die Bekanntesten zu sein:

 

Rampage von Printable Scenery

Basierend auf dem hauseigenen Open Lock System. Grundsätzlich bietet Open Lock die größten Möglichkeiten, da auf unterschiedlich große Boden- und Wandelemente gesetzt wird und so durch die Kombination unterschiedlicher Elemente leichter Kurven, Abbiegungen, Einbuchtungen und ähnliches machbar sind.  Die Neuseeländer sind nicht ohne Grund einer der führenden Anbieter für druckbares Gelände. Das Dungeonsystem, welches übrigens weitere Erweiterungen, z.B. zum Bau von Burgen und einer Kirche erhalten hat, setzt auf ein simples Stecksystem mit einem gigantischen Angebot an Elementen. Beim letzten Kickstarter der Firma hätte man noch das gesamte Dungeon-System für 89 USD abgreifen können,  im Online Shop wird es nun aber schnell kostspielig, einzelne Packs liegen zwischen 5 und 10 USD. Natürlich benötigt man für einen einfachen Dungeon kaum mehr als einen kleinen Grundstock, aber ich neige dazu alle vorhandenen Möglichkeiten zumindest theoretisch nutzen zu wollen… aber was solls, der nächste Kickstarter kommt bestimmt.

Es gibt glücklicherweise auch einige kostenlose Sample-Packs, die ich gleich mal gedruckt habe:

 

Der Druck verlief völlig problemlos. Die Rillen zwischen den Steinen musste ich ein wenig mit Messer und Feile reinigen und ein paar kleine Stützen in den Steckverbindungen entfernen, die Steine der Wand sind unregelmäßig angeordnet und unterschiedlich tief.

Das System überzeugt, die Steckverbindungen halten gut, es lässt sich aber auch alles wieder rasch zerlegen. Die angebotenen Elemente sind wirklich gut designt und optisch auf der Höhe der Zeit. Auch zukünftig darf man hier mit vielen Erweiterungen rechnen, wobei die Auswahl auch jetzt schon für gigantische Dungeons mit allem drum und dran reicht.

 

 

Dragonlock

Im Vergleich zu Rampage kommt das System von Fat Dragon Games optisch deutlich klassischer daher. Auch hier wird auf ein eigenes Stecksystem (Dragonbite) gesetzt. Anders als beim Open Lock System sind die Wände hier fest mit den Bodenplatten verbunden, gesteckt werden nur die Bodenelemente. Vorteiel hierbei: Der Aufbau bleibt simpel, man muss nicht mit unterschiedlich großen Elementen arbeiten, dafür ist man nicht ganz so flexibel. Die Auswahl im Shop ist mit einem Basisset, neun Erweiterungen und weiteren Packs für Straßen, Burgen, Häuser, usw. auch sehr umfangreich, preislich liegt man bei 10 USD je Set. Für einen einfachen Dungeon mit Steinboden, Wänden, Türen, Treppen und Säulen würde das Basisset schon genügen.

Auch hier hab ich mir das kostenlose Test-Set vorgenommen:

Durch das klassische, sehr geradlinige Design hält sich die Nachbearbeitung noch weiter in Grenzen, die Wand ist deutlich gleichmäßiger “gemauert” als das Gegenstück aus der Rampage Reihe. Die Bodenplatte hat deutlich mehr Struktur, glatte Oberflächen, denen man die Herkunft aus dem Drucker am ehesten ansieht, werden hier vermieden. Die gedruckten Basiselemente lassen sich eigentlich direkt nach dem Druck bemalen. Das Stecksystem ist noch ein klein wenig stabiler, lässt sich aber auch bequem wieder zerlegen.

Openforge 

Die kostenlose Alternative, frei verfügbar auf Thingiverse. Mit über 500 Einzelteilen ist auch hier die Auswahl enorm. Ursprünglich war hier ein Base-System mit Magneten vorgesehen, aber einige neuere Elemente setzen ebenfalls auf das Open Lock System, weitere werden umgerüstet oder können mit zusätzlichen Open Lock Bases versehen werden. Es gibt einige eher schlicht und einfach gestaltete Elemente, aber auch viele optische Leckerbissen, wie z.B. das Mausoleum.

Auch hier kann ich einige Testprints präsentieren:

Eher einfach gestaltet, aber wie gesagt: Nur ein Beispiel von hunderten von Elementen, die frei verfügbar sind.

 

…und welches System soll es jetzt werden?

Grundsätzlich sind alle drei Systeme absolut empfehlenswert. Großer Vorteil von Rampage und OpenForge (mit Open Lock): Auch die Wände lassen sich separat befestigen und stehen nicht auf den Bodenplatten, grad wenn man die Platten als Maßeinheit nutzen will, stört es wenn am Rand lediglich halbe Platten verfügbar sind auf denen keine Figur mehr Platz findet. Die Auswahl an Tiles ist bei allen Anbietern sehr groß, hier kommt es eher auf den persönlichen Geschmack an. Dragonlock kommt eher klassisch daher, Rampage ein wenig moderner, außerdem kann man die kostenlosen OpenForge Teile hier beliebig kombinieren.

Ein Dorn im Auge ist mir das Verkaufsmodell beider Firmen: Kickstarter Backer zahlen nur einen Bruchteil für die Dateien , außerdem werden bei jeder neuen Kampagne auch alle alten Releases als Addons verramscht. Zwischen zwei Kampagnen ist man auf den Online-Shop angewiesen und zahlt ein Vielfaches mehr. Das nötigt quasi schon dazu auf die nächste Kampagne auf Kickstarter zu warten und eben nicht direkt über den Hersteller zu ordern.

Ich persönlich tendiere dazu Rampage und OpenForge für maximale Auswahl zu kombinieren, habe aber so meine Probleme mit den Kosten. Auf Kickstarter gab es im Februar noch die “alten” 40 Dungeon-Sets für 89 USD, im Shop wären eher das drei- bis vierfache fällig. Mit einem kleinen Aufpreis hätte ich ja kein Problem, aber in der Dimension? Eventuell muss ich einfach auf die nächste Kampagne warten und bis dahin schon mal ein wenig OpenForge Kram drucken…

Andererseits ist Dragonlock vielleicht das simplere, rundere System und verdient ebenfalls einen zweiten Blick, zumal hier schon für den September ein neuer Kickstarter angekündigt wurde…

Das könnte Dich auch interessieren...

1 Antwort

  1. Christian sagt:

    Ich wäre für das Open Lock System, weil die Community dieses Konzept schon aufgegriffen hat und es andere (kommerzielle, aber eben auch kostenlose) Projekte gibt, die auf Open Lock setzen. Meine Empfehlung wäre, gratis Einstieg mit freien Open Lock Tiles und entweder kommt irgendwann der nächste Kickstarter oder Du erwirbst nur kleinere Sets weil alles braucht eh niemand. Ein offener Standard kommt mir jedenfalls immer sinnvoller vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.