Review – Victrix Legions of the Republic I+II Plastik Römer in 28mm

Eigentlich wollte ich ja letztes Jahr schon ein Review zu den Römern schreiben… naja, was solls besser spät als nie 😉

Da beide Boxen sich inhaltlich sehr ähneln, fasse ich sie in einem Review zusammen.

Inhalt und Gussrahmen

Die Boxen sind für etwa 36 € bei diversen deutschen Händlern erhältlich. Mehr als 30 Euro für eine Plastikbox mit historischen Minis klingt erst einmal viel, bis einem klar wird, dass man dafür ganze 60 Modelle bekommt.Während Box I auf Kettenhemden setzt, sind die Modelle in Box II lediglich mit einer Metallplatte an Brust und Rücken geschützt. Abgesehen von diesen Abweichungen an den Körpern sind die Boxen identisch.

Interessanter als die Artworks auf der Vorderseite der Boxen ist die Rückseite, hier finden sich genaue Angaben zum Inhalt und Hilfe zum Aufbau:

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Beim Inhalt hat man sich dafür auf das Wesentliche konzentriert, kein Begleitheftchen und keine Bases, nur Miniaturengussrahmen.

Der Hauptgussrahmen ist ganze sieben mal enthalten:

Box I:

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Box II:

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Dazu gibt es drei Ausführungen des Kommandogussrahmens, der bei beiden Boxen identisch ausfällt:

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Insgesamt lassen sich aus einer Box also 36 Legionäre (+3 Zenturios und 3 Standartenträger, insgesamt also bis zu 42) sowie 18 Modelle leichte Infanterie bauen. Die Einzelteile sind nummeriert, auf der Rückseite der Box findet man entsprechende Angaben welche Teile wofür verwendet werden können.

Aufbau und Optionen

Schwere Infanterie

Die Modelle der schweren Infanterie besteht grad einmal aus vier Teilen: Körper, Kopf, Waffenarm und Schild. Das hat natürlich Nachteile hinsichtlich der Posenvielfalt, andererseits werden die meisten Käufer die Box auch nicht kaufen um eine Hand voll wild rumhüpfender, extrem individueller Römer zu basteln, sondern für gewöhnlich Einheiten, bei denen man sich eine relativ ähnliche Haltung wünscht. Grad bei den Miniaturmengen für Systeme wie Hail Caesar und co. ist man dankbar für Modelle, die sich leicht und schnell zusammenbauen lassen. Die Einzelteile lassen sich leicht heraustrennen, die Gussbrücken sind meist an sinnvollen Stellen. Gussgrate verlaufen überwiegend über weniger problematische Stellen und lassen sich recht gut wegfeilen. Lediglich bei den Figuren mit Kettenhemd stört ein Gussgrat, der über die Schulter und somit über das Kettenhemd verläuft doch ein wenig, da muss man vorsichtig feilen um die Struktur nicht zu zerstören. Hinsichtlich der Passgenauigkeit gibt es nichts zu beanstanden, alles lässt sich wunderbar zusammensetzen.

Wahlweise bekommen die Legionäre ein Pilum (Wurfspieß) entweder ruhig haltend oder in Wurfhaltung oder Hasta (Langspeer) in die Hand gedrückt, zusätzlich wird ein (fest angegossenes) Gladius (Kurzschwert) am Gürtel getragen.

Um die gängigen Truppentypen (Hastati, Principes, Triarii) darzustellen, gehe ich wie folgt vor:

Ich wähle für die Hastati die weniger gut gerüsteten Modelle aus der 2. Box, als Bewaffnung das Pilum.

Die Principes statte ich mit Kettenhemden aus, dazu gibt es ebenfalls ein Pilum.

Die Triarii führen den Langspeer (Hasta) und werden ebenfalls mit Kettenhemden gerüstet.

So lassen sich die drei Einheitentypen zumindest ansatzweise unterscheiden.

Von links nach rechts: Hastati, Principes, TriariiDSC_9497

Leichte Infanterie

Hier gibt es ein paar Einzelteile mehr. Körper, Kopf, Waffenarm, Schild, Schildarm und ein verlängertes Bärenfell falls man sich für die Kopfvariante mit selbigen entscheidet.

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Einsatzmöglichkeiten

Nachfolgende Ausführungen bitte mit Vorsicht genießen, ich kenn mich mit der Epoche nicht wirklich gut aus, mein Hauptbezug zu Römern sind weiterhin Asterix und Obelix 😉

Die enthaltenen Miniaturen sollen republikanische Römer darstellen, wenn auch nicht unbedingt über die gesamte Zeitspanne, in der die römische Republik bestand. Spätestens mit der Heeresreform des Marius um 104 v. Chr. hat sich das römische Heer doch stark verändert und auch in der frühen Phase der Republik sahen die römischen Truppen anders aus. Vor allem die Kettenrüstungen kamen bei den Römern wohl erst im 3. Jahrhundert vor Christus (und zuvor wohl bei den Kelten) auf. Mit der zweiten Box, die statt auf Kettenrüstung auf eine Rüstungsplatte an der Brust setzt, ist man noch ein wenig flexibler. Grundsätzlich lassen sich die Modelle aber alle für eine ganze Reihe von Konflikten einsetzen, allen voran wohl der 1. und 2. punische Krieg, aber auch für den pyrrhischen Krieg, die makedonisch-römischen Kriege und diverse weitere. Wir bewegen uns also schwerpunktmäßig im 3. Jahrhundert vor Christus.

Bemalung & Basegestaltung

Mit der Absicht etwas aufzustellen was zumindest ansatzweise nach Armee aussieht und Boxen mit jeweils 60 Modellen als Inhalt muss ich meine Ansprüche an die Bemalung etwas zurückschrauben. Deshalb habe ich mich dazu entschieden lediglich Grundfarben (so wenig wie möglich) zu malen und die Minis anschließend zu Dippen. Nicht zuletzt deswegen entscheide ich mich auch für ein (historisch nicht unbedingt korrektes) extrem uniformes Erscheinungsbild, auch wenn sicher vorstellbar ist, dass die Römer nicht Ton in Ton gekleidet in den Krieg gezogen sind 😉

Folgende Farben von Vallejo kommen zum Einsatz:

Haut: Flat Flesh

Kleidung: Signal Red

Metall: Chainmail und Brass

Holz: Beige Brown

Leder: Leather Brown

Federn, Felle: Dark Bluegrey

Haare: German Grey

Um die Schilde ein wenig aufzuwerten, kommen noch die passenden Decals von Little Big Men Studios drauf (Danke an meine Liebste fürs unermüdliche Ausschneiden, das kriegt sie einfach so viel besser hin als ich, alle schief ausgeschnittenen und aufgeklebten Schilddecals gehen auf mein Konto *g*). Die Decals werden leider nur über Victrix direkt vertrieben.

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Anschließend trage ich Fanatic Army Painter (Strong Tone) mit einem Pinsel auf, was im Gegensatz zum richtigen Reintunken sparsamer und sauberer funktioniert.

Nachdem alles gut getrocknet ist glänzen die Minis wie verrückt, Zeit Mattlack einzusetzen. Mit Matt Vanish von Vallejo bin ich weder mit dem Pinsel noch mit der Airbrush gut zurecht gekommen, schnell gab es unschöne Ablagerungen an diversen Stellen. Deshalb hab ich mir dann doch eine Sprühdose Mattlack von Army Painter zugelegt und siehe da, keinerlei Probleme, alles wird wunderbar matt.

Weiter geht es mit den Bases.

Zunächst nutze ich Black Lava Paste von Vallejo, schließlich stehen die Minis auf kleinen Sockeln, die es zu verstecken gilt, da ist eine solche Strukturpaste deutlich besser als Leim+Sand. Hier und da drücke ich noch ein paar Schiefersteinchen in die Masse.

Gut durchgetrocknet geht es dann ans bemalen. Nach einem Anstrich in Desert Yellow bürste ich noch mit Desert Sand drüber und washe das ganze mit dem Army Painter Wash Strong Tone (vergleichbar mit Devlan Mud von GW).  Die Steinchen werden in einem dunklen Grau bemalt und mit einem etwas helleren Grauton trockengebürstet. Zu guter letzt kommen noch ein paar Wüstenbüschel von MiniNatur hinzu:

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Größenvergleich

Victrix kooperiert  mit Aventine Miniatures um auch Kavallerie-Modelle anbieten zu können. Den Vergleichsbildern nach passen die Modelle von Aventine ziemlich gut dazu, somit kann hier schon einmal auf eine große Range republikanischer Römer zurückgreifen.

Leider befinden sich in meiner Sammlung keine Römer oder andere Miniaturen aus der Epoche für einen Größenvergleich. Um dennoch einen Eindruck zu vermitteln wie groß die Victrix Römer sind, hab ich mal ein paar gängige andere Miniaturen rausgekramt.

Von links nach rechts: Gripping Beast Plastik Wikinger, Gripping Beast Zinn Wikinger, Victrix Römer, Perry Ritter und zum Schluss der allseits beliebte Space Marine 😉

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Fazit

Pro:

  • Preis: <36 Euro für 60 Minis, also etwa 60 Cent pro Miniatur
  • Boxen enthalten sowohl leichte als auch schwere Infanterie
  • Boxen enthalten alle relevanten Waffenoptionen, das Pilum sogar wahlweise in ruhiger Haltung oder Wurfhaltung für die gesamte Einheit
  • Geringe Anzahl an Einzelteilen beschleunigt den Zusammenbau
  • Gute Gussqualität, wenige und nur leicht ausgeprägte Gussgrate
  • Gute Passgenauigkeit, keinerlei Schwierigkeiten beim Zusammenbau

Contra:

  • Optionen im Gussrahmen zufriedenstellend, aber noch nicht auf einem Niveau mit den Perrys (aber welcher andere Hersteller von Plastikminis ist das schon?)
  • Beide Boxen unterscheiden sich kaum (lediglich Rüstung der schweren Infanterie ist anders). Hier wäre mehr drin gewesen, vor allem Alternativen im Kommandogussrahmen wären nett gewesen damit Musiker, Standartenträger und Zenturio nicht in jeder Einheit nahezu die gleiche Pose einnehmen
  • Gussgrat, der über die Schulter des Kettenhemd verläuft ist störend

Zusammengefasst bin ich doch sehr zufrieden mit den beiden Boxen. Für insgesamt 72 Euro habe ich einen mehr als guten Grundstock für mein Steinhagel Römer-Projekt erhalten. Bei den von mir angepeilten 12 Modellen pro Einheit (3 40x40mm Bases mit je 4 Modellen) reicht der Inhalt beider Boxen für bis zu 7 Einheiten schwere Infanterie (21 Bases). Da ich für die leichte Infanterie lediglich zwei Modelle pro 40×40 Base stelle, kann ich hier bis zu 18 Bases, also 6 Einheiten bauen. Die dritte erhältliche Box von Victrix mit den italienischen Verbündeten werde ich mir eventuell auch noch zulegen falls das Projekt weiter wachsen sollte.

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Keine Antworten

  1. Alex sagt:

    Tolles Review, sehr gut und informativ geschrieben 😉

  2. Runa Phaino sagt:

    Wo gibt es denn so etwas??? Das ist ja großartig!

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