Think Small: 15mm statt 28mm? Spätrepublikanische Römer von Westwind (War & Empire / Forged in Battle)

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Das “alte” Projekt in 28mm

Ab und zu muss man sich eingestehen, dass man sich mit einem Projekt übernommen hat. Machen wir uns also nichts vor – mein Versuch republikanische Römer in 28mm aufzubauen ist gescheitert.

Warum eigentlich? An den tollen Miniaturen von Victrix (das Review findet ihr hier) lag es sicher nicht. Auch tolle ergänzende Miniaturen wie Kavallerie und alles was das Römerherz begehrt hätte ich beispielsweise von Aventine Miniatures beziehen können.

Das Farbschema und die vereinfachte Bemalung (Grundfarben + Dip) haben auch den Arbeitsaufwand je Miniatur deutlich reduziert und das Ergebnis war durchaus vorzeigbar:

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Aber starre Regimenter von uniformierten Römern bringen nunmal wenig Abwechslung mit sich und meine Motivation reichte letztendlich einfach nicht um den benötigten Massen an Legionären Farbe zu geben.

Noch dazu kommt beim Spielen von größeren Schlachten in 28mm schnell ein Platzproblem auf: Zuhause hab ich derzeit maximal 120×120 Spielfläche, da wird es schon arg eng.

Das Projekt liegt also erst einmal auf Eis. Eine Fortsetzung ist nicht ganz ausgeschlossen, trennen möchte ich mich von den Modellen jedenfalls nicht.

 

Das neue Projekt in 15mm – Miniaturenwahl und historischer Kontext

Der Wunsch nach einer spielbaren Armee für die Antike blieb aber weiterhin stark. Bei den angesprochenen Problemen (limitierter Platz und zu hoher Malaufwand) blieb eigentlich nur eine Lösung: Ein kleinerer Maßstab.

15mm Miniaturen sind mir ja inzwischen durch Flames of War aber auch durch mein mittelalterliches Sammelprojekt vertraut – noch kleiner soll es auch diesmal nicht werden.

Nochmal Römer? Ja! Wieder republikanische Römer für die punischen Kriege? Nicht unbedingt. Grundsätzlich überzeugen mich vor allem schöne Miniaturen… deshalb würde ich mich nicht auf eine fixe Epoche versteifen sondern einfach schauen was der Markt so hergibt.

Dabei bin ich relativ schnell auf die War & Empire Range von Westwind Games gestoßen (heute würde ich mir noch die erst kürzlich erschienen Modelle von Baueda anschauen…). Bei Westwind war man mit den Forged in Battle Miniaturen für den zweiten Weltkrieg schon erfolgreich unterwegs und hat dank zwei Kickstartern zuletzt auch eine beachtliche Auswahl an Miniaturen für die Antike herausgebracht. Die typischen Republikanischen Römer hat man ebenfalls im Angebot, ich wollte dann aber doch etwas anderes und hab mich für die “Caesarian Roman” Reihe entschieden – also wirklich ganz spätrepublikanische Römer.

Um das ganze in einen historischen Kontext zu bringen (Achtung, ich durfte zwar im Lateinunterricht De Bello Gallico lesen, meine sonstigen “Kenntnisse” über die Epoche stammen aber hauptsächlich aus Asterix Comics 😉 ):

Hier handelt es sich um Römer, wie sie in etwa nach der Heeresreform des Marius im Jahre 107 v. Chr. bis zur frühen Kaiserzeit im Jahr 27 v. Chr. organisiert waren. “Caesarian” natürlich, weil der gute Gaius Iulius Caesar diese Epoche besonders geprägt hat. In diese Zeit fallen vor allem die Eroberung Galliens und Britanniens sowie der römische Bürgerkrieg, aber auch erste Auseinandersetzungen mit den Germanen – die Modelle eignen sich folglich für eine ganze Reihe von spannenden Konflikten.

Das entsprechende Starterset kommt mit 125 Miniaturen daher  und liegt preislich bei 45 Pfund. Bezugsquelle in Deutschland war für mich Frontline Games. Der harte Kern aus Legionären ergänzt mit etwas Kavallerie und Bogenschützen sowie Steinschleuderern sind meiner Meinung nach ein super Start.

Auch qualitativ überzeugen mich die Miniaturen. Ein paar Gussgrate muss man sich schon vornehmen, aber grundsätzlich ist der Guss sehr ordentlich. Auch hinsichtlich Posenvielfalt gibts nichts zu meckern, die Legionäre kommen mit gut einem halben Dutzend Posen plus Kommandoeinheit daher, das reicht absolut, schließlich will man hier keine wild hüpfende individuelle Skirmish-Truppe sondern geordnete Einheiten.

 

Basierung

Im historischen Bereich gibt es einfach unfassbar viele Regelsysteme und man schafft sich Miniaturen nicht zwangsläufig nur für ein Regelwerk an – folglich sollte man sich bei jedem Projekt anfangs Gedanken dazu machen wie man seine Modelle basiert.

Konzeptionell wollte ich wieder eine Basierung nach DBA nutzen, um damit grundsätzlich verschiedene Spielsysteme (DBA, Field of Glory, Impetus, Steinhagel, …) abdecken zu können.

Für die Leute, die bislang weniger mit historischem Tabletop zutun hatten: Für historische 15mm Miniaturen ist die DBA-Basierung weit verbreitet und man bleibt flexibel, selbst wenn man nicht unbedingt darauf aus ist DBA zu spielen.

So stehen für DBA vier römische Legionäre auf einer 40x15mm Base und bilden ein Element.

Vier solche Bases aneinander stehend bilden problemlos eine Einheit für Impetus (80x30mm).

Steinhagel ist eh flexibel was die Einheitengröße und Basierung anbelangt, da passen Einheiten aus je vier DBA-Bases ebenfalls gut.

4-8 solcher einzelnen Bases können aber auch eine Battlegroup für Field of Glory darstellen.

Wer also nach dem Prinzip basiert kann gleich eine ganze Reihe von Regelsystemen abdecken und schon mit wenigen Modellen loslegen. Eine DBA-Armee besteht z.B. aus lediglich 12 Elementen, als unter 50 Miniaturen,  die hat man fix zusammen. Davon ausgehend ist der Sprung zu ein paar Einheiten für Steinhagel/Impetus auch kein Problem mehr.

 

 Bemalung

Die Bemalung soll nicht zu aufwendig ausfallen:

Grundfarbe – Washen – ein wenig aufhellen und akzentuieren – fertig. Bei einer überschaubaren Anzahl an Farben geht das bei 15mm Minis noch relativ fix.

Eyecatcher sollten die passenden Schilddecals werden. Tja, hätte ich geahnt was ich mir hiermit antue, hätte ich wohl drauf verzichtet. Decals in 28mm finde ich schon oft grenzwertig. In 15mm wirds richtig ekelig, vor allem weil man jedes einzelne Schild zweigeteilt ausschneiden, anbringen und dabei noch die Lücke in der Mitte aussparen muss. Das passgenau hinzubekommen ist zumindest für mich kaum machbar. Folglich blieb mir nichts anderes übrig als Unsauberheiten durch einen dicken schwarzen Rand zu kaschieren. Sieht unterm Strich immer noch gut aus, aber nochmal würd ich mir das nicht antun wollen.

 

Basegestaltung

Das Übliche: Vallejo Black Lava Paste, ein paar Schiefersteinchen, anschließend trocknen lassen, mit zwei Brauntönen trockenbürsten, die Steinchen grau bemalen und mit Leim ein wenig Gras hinzufügen, fertig.

 

Das Ergebnis

Ganz fertig bin ich noch nicht. Zwei Einheiten Legionäre (jeweils 16 Modelle) warten noch auf Farbe, auch aus den Schleuderern und Bogenschützen der Starterbox könnt ich jeweils noch eine zweite Einheit basteln, aber die haben keine wirkliche Priorität, zu viele Hilfstruppen sollen es schließlich nicht werden.

 

Fertig sind dafür:

 

12 Kavalleriemodelle, jeweils 3 per Base, 8 Steinschleuderer, je 2 per Base und 8 Bogenschützen, ebenfalls je 2 Modelle pro Base:

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48 Legionäre, jeweils 4 Modelle pro Base:

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Hier muss dringend weiter aufgestockt werden, der Kern einer römischen Legion sind nunmal massenhaft Legionäre 😉 32 Weitere stehen jedenfalls schon mal zum bemalen bereit.

Während die Modelle aus der Starterbox alle noch mit ihrem Wurfspieß (pilum) bewaffnet sind, bietet Westwind auch eine weitere Box mit Legionären an, die allesamt ihre Schwerter (gladius) führen. Das sollte bei einer Erweiterung für noch mehr Abwechslung sorgen.

 

Zusammenfassend nochmal alles auf einem Bild:  dsc_1413-2

Bislang eher Legiönchen als Legion, aber für DBA oder ein erstes Ründchen Steinhagel sicherlich ausreichend. Mit der Uniformität (insbesondere bei den Hilftruppen) habe ich es ein wenig übertrieben, aber ich wollte einfach einen einheitlichen Look. Ganz Hollywood-Like sind die Römer deshalb auch in rot gehalten, wirkt farblich einfach toll und wird einen schönen Kontrast zu ihren Gegnern bilden.

Apropos Gegner: Die Verlockung einen Trupp Gallier oder dergleichen als Gegenspieler aufzubauen ist schon extrem groß, auch da würd ich vermutlich auf Modelle von Westwind zurückgreifen, die Auswahl ist einfach extrem gut, die Minis schön und Preis/Leistungsverhältnis stimmen.

 

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1 Antwort

  1. 29. Dezember 2016

    […] den 28mm Römern klappte es wie hier beschrieben ja nicht so wirklich. Deutlich produktiver war dafür mein Output an 15mm spätrepublikanischen […]

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